Polieren auf Zinn (Schwarzpolitur)

Das Polieren auf einem Zinnblock ist ein Verfahren, mit dem eine sehr glatte und gleichmäßige Oberfläche erreicht werden kann. Auf diese Weise lässt sich nur Stahl bis zu perfektem Glanz polieren, dessen Eigenschaften dies zulassen. Manchmal wird diese Methode auch Schwarzpolitur genannt, weil die Oberflächenrauheit so gering ist, dass sie Licht vollständig reflektieren kann. Unter einem bestimmten Winkel erscheint die polierte Oberfläche völlig schwarz.

Poliertechnik:

Zuerst werden die Teile auf Glas mit Öl und Schleifpaste auf Aluminiumoxid-Basis geschliffen. Sobald die gesamte Fläche rau genug ist, kann das eigentliche Polieren auf Zinn beginnen. Der Zinnblock wird leicht mit Diamantpaste bestrichen, danach wird das Werkstück in kreisenden Bewegungen poliert. Dabei wird Material sowohl vom Block als auch vom Werkstück abgetragen. Die Diamantpaste wird trockener, und es ist wichtig, den Moment zu erkennen, in dem der Druck auf den Block erhöht und der Radius der Kreisbewegungen verkleinert wird. Anschließend sollte das Werkzeug mit dem Werkstück beim Bewegen leicht angehoben werden, damit das Werkstück nicht aus dem polierten Radius herausläuft und erneut von der Paste zerkratzt wird. Bei einer Korngröße von 1 µm kann das Polieren beendet werden. Die Diamantpartikel nutzen sich während des Polierens ab, weshalb die Körnung in der letzten Phase feiner ist.

Im Handel gibt es auch noch feinere Diamantpasten in unterschiedlichen Konzentrationen und Qualitäten. Gute Pasten kosten manchmal 100 Euro für 10 Gramm. Diamantpaste darf nicht mit Diamantine verwechselt werden. Diamantine ist eine Paste auf Aluminiumoxid-Basis.

Tipps:

Das Wichtigste beim Polieren ist Sauberkeit. Arbeiten Sie von grober zu feiner Paste. Glas oder Zinnblock sollten nur mit einer Art Schleifmittel verwendet werden. Beim Wechsel zum nächsten Schritt sollte alles gründlich abgewischt werden. Selbst ein einziges Korn grober Diamantpaste kann ins weiche Zinn eindringen und die polierte Oberfläche zerkratzen. Das Abspülen des Zinnblocks mit Benzin hilft nicht, da die Diamantkörner fest im Zinn sitzen. Nur das Abtragen einer Zinnschicht vom Block hilft.

Zinnblöcke sollten in separaten Boxen aufbewahrt werden, gut geschützt vor Staub und anderen unerwünschten Partikeln.

Die bis zur Fertigstellung polierte Oberfläche sollte danach möglichst nicht mehr berührt werden. Die kleinsten Staubpartikel auf Handschuhen, Tüchern oder Pinseln können sehr schnell Kratzer verursachen.

Teile wie Schrauben, Hebel und Federn werden auf einem Flachschleifer fixiert. Dafür bevorzuge ich Siegellack, wie ihn Juweliere verwenden, da sich Reste von Schellack in der Praxis schwer entfernen lassen. Siegellack hingegen kann innerhalb von Sekunden spurlos in einem Ultraschallbad mit Terpentin oder Benzin entfernt werden.