Ausführlich:
Ich wurde im zentralen Teil Russlands geboren – 12 Stunden vor der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Mit fünf Jahren brachte mich meine Mutter in die Musikschule, um Klavier zu lernen (was sie heute bedauert). Ab meinem sechsten Lebensjahr fuhr sie mich vier Bushaltestellen weit zu einer regulären Schule, in der bereits ab der ersten Klasse Englisch unterrichtet wurde – obwohl die nächstgelegene Schule nur durch einen Zaun von unserem Hof getrennt war (eine zweite Entscheidung, die meine Mutter heute bedauert, da ich Englisch bis heute nicht richtig beherrsche).
Mit elf Jahren begann der bewusste Abschnitt meiner Biografie: Ohne äußeren Druck begann ich, eine Flugmodellbau-AG und die Kunstschule zu besuchen, während ich die Musikschule aufgab.
Im Jahr 2000 nahm ich an der regionalen Ausstellung „Talente des neuen Jahrtausends“ teil, erhielt einen Preis und wurde mit einer einwöchigen Reise nach Welegosch (Ferienlager im Gebiet Tula, nahe dem Museumsgut W. D. Polenow) ausgezeichnet. 2001 schloss ich die Kunstschule erfolgreich mit einem Notendurchschnitt von 4,8 ab.
Ein Jahr später siedelte unsere Familie nach Deutschland über, und mein schrittweiser Weg zur Hochschule begann: zunächst ein Sprachkurs mit parallelem Lernen deutscher Schulfächer, dann das Gymnasium und schließlich das Architekturstudium an der Hochschule Frankfurt am Main. Nach dem ersten Semester wurde jedoch das studentische Outfit gegen Bundeswehrstiefel getauscht.
2006 begann ich mit der Herstellung des Gehäuses für eine Standuhr. Dieses Kunstobjekt kann in gewisser Weise als „experimentell-universelle“ Verbindung vieler Techniken bezeichnet werden: Holz-, Knochen- und Steinbildhauerei, Intarsien- und Einlegearbeiten.
Seit März 2008 half ich bei der Erstellung von Artikeln für Watch-Wiki, und seit 2010 bin ich einer der Administratoren.
Die Mitarbeit in der „Gesellschaft für sächsische Uhrmacherkunst“ in Glashütte ermöglichte mir eine weitere Entwicklung. In meiner Werkstatt erschienen die ersten Industriemaschinen. 2009 begann ich mit dem Projekt zur Herstellung eines Uhrwerks aus Elfenbein. Einige Teile wurden bereits gefertigt, das Projekt ist derzeit pausiert.
Die Idee solcher Uhren interessierte Herrn Marco Lang (Mitglied der AHCI, Sohn von Rolf Lang und Inhaber der Manufaktur Lang & Heyne). 2011 fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, dass eines Tages Uhren aus Elfenbein nach dem „Projekt Alexander Babel“ gemeinsam mit Lang & Heyne entstehen könnten. Im März 2012 war bereits ein Exemplar fertig, und wenige Wochen später wurden bei der Eröffnung des Uhrensalons „Hartding 1903“ die ersten Modelle vorgestellt.
Im Sommer 2004 nahm ich am Projekt „Graffiti Workshop 2004“ der Designschule IMAGO teil.
Graffiti – Verbrechen oder Kunst? Das InterCityHotel befindet sich am Bahnhof in Erfurt. Eine seiner Wände zeigte zu den Bahngleisen und war wiederholt Ziel von Graffiti. Was sollte man mit einer schlicht beschmierten Wand tun?
Der Hoteldirektor Jürgen Karl Kramer und die Leiterin der Schule IMAGO, Anne-Katrain Maschke, stellten eine Gruppe zusammen, die auf dieser 13 × 15 Meter großen Wand ein Kunstwerk schaffen sollte. Beteiligt waren Leon Wagner, Aron Pekar, Claudia Otte, Alexander Babel, Jenny Seidel, Josefa Holland-Merten, David Ehrenberg, Matthias Flücke und Oliver König. Erfurt, 07/2004.