Über Alexander Babel

Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, im Profil. Das angewinkelte Bein steht auf der Drehmaschine Schaublin 70.

Kurz:

  • Geboren 1986 in Nowomoskowsk (Gebiet Tula)
  • 10 Klassen allgemeinbildende Schule
  • 7 Klassen Musikschule (Klavier und Trompete)
  • 4 Klassen Kinderzeichenschule
  • 2 Jahre Flugmodellbau-AG
  • 2 Jahre Tätigkeit als Monteur für Kunststofffenster
  • Ende 2002 – Umzug nach Deutschland
  • Bis 2004 – Sprachkurse und Ablegen von Prüfungen an einer deutschen Schule
  • 3 Jahre Gymnasium in Sondershausen
  • 2007 – Abitur
  • 2007 – Aufnahme des Architekturstudiums in Frankfurt am Main
  • 2008 – Dienst bei der Bundeswehr

Ausführlich:

Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, frontal. Im Anzug mit Fliege. Daneben ein antiker Stuhl. Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, betrachtet ein Teil unter der Lupe in der Triebnietmaschine. Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, im Profil. Das angewinkelte Bein steht auf der Drehmaschine Schaublin 70.

Ich wurde im zentralen Teil Russlands geboren – 12 Stunden vor der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Mit fünf Jahren brachte mich meine Mutter in die Musikschule, um Klavier zu lernen (was sie heute bedauert). Ab meinem sechsten Lebensjahr fuhr sie mich vier Bushaltestellen weit zu einer regulären Schule, in der bereits ab der ersten Klasse Englisch unterrichtet wurde – obwohl die nächstgelegene Schule nur durch einen Zaun von unserem Hof getrennt war (eine zweite Entscheidung, die meine Mutter heute bedauert, da ich Englisch bis heute nicht richtig beherrsche).

Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, frontal. Das angewinkelte Bein steht auf der Drehmaschine Schaublin 70.

Mit elf Jahren begann der bewusste Abschnitt meiner Biografie: Ohne äußeren Druck begann ich, eine Flugmodellbau-AG und die Kunstschule zu besuchen, während ich die Musikschule aufgab.
Im Jahr 2000 nahm ich an der regionalen Ausstellung „Talente des neuen Jahrtausends“ teil, erhielt einen Preis und wurde mit einer einwöchigen Reise nach Welegosch (Ferienlager im Gebiet Tula, nahe dem Museumsgut W. D. Polenow) ausgezeichnet. 2001 schloss ich die Kunstschule erfolgreich mit einem Notendurchschnitt von 4,8 ab.

Alexander Babel am Tisch, wie er ein Ikonenbild zum Jubiläum von Vater Dionysius malt.

Ein Jahr später siedelte unsere Familie nach Deutschland über, und mein schrittweiser Weg zur Hochschule begann: zunächst ein Sprachkurs mit parallelem Lernen deutscher Schulfächer, dann das Gymnasium und schließlich das Architekturstudium an der Hochschule Frankfurt am Main. Nach dem ersten Semester wurde jedoch das studentische Outfit gegen Bundeswehrstiefel getauscht.

2006 begann ich mit der Herstellung des Gehäuses für eine Standuhr. Dieses Kunstobjekt kann in gewisser Weise als „experimentell-universelle“ Verbindung vieler Techniken bezeichnet werden: Holz-, Knochen- und Steinbildhauerei, Intarsien- und Einlegearbeiten.

Alexander Babel malt das Bild „Stillleben mit der ‚Troika‘“. Alexander Babel in Großaufnahme, Ganzkörper, mit Jacke lässig über die Schulter gelegt.

Seit März 2008 half ich bei der Erstellung von Artikeln für Watch-Wiki, und seit 2010 bin ich einer der Administratoren.

Die Mitarbeit in der „Gesellschaft für sächsische Uhrmacherkunst“ in Glashütte ermöglichte mir eine weitere Entwicklung. In meiner Werkstatt erschienen die ersten Industriemaschinen. 2009 begann ich mit dem Projekt zur Herstellung eines Uhrwerks aus Elfenbein. Einige Teile wurden bereits gefertigt, das Projekt ist derzeit pausiert.

Alexander Babel arbeitet am Uhrmachertisch, daneben auf der Halterung die Drehmaschine Schaublin 70, an den Wänden eigene Zeichnungen.

Die Idee solcher Uhren interessierte Herrn Marco Lang (Mitglied der AHCI, Sohn von Rolf Lang und Inhaber der Manufaktur Lang & Heyne). 2011 fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, dass eines Tages Uhren aus Elfenbein nach dem „Projekt Alexander Babel“ gemeinsam mit Lang & Heyne entstehen könnten. Im März 2012 war bereits ein Exemplar fertig, und wenige Wochen später wurden bei der Eröffnung des Uhrensalons „Hartding 1903“ die ersten Modelle vorgestellt.

Im Sommer 2004 nahm ich am Projekt „Graffiti Workshop 2004“ der Designschule IMAGO teil.

Kurze Pause der Teilnehmer des Projekts „Graffiti Workshop 2004“ vor der Rückwand des InterCityHotel Erfurt, die zu den Bahngleisen zeigt.

Graffiti – Verbrechen oder Kunst? Das InterCityHotel befindet sich am Bahnhof in Erfurt. Eine seiner Wände zeigte zu den Bahngleisen und war wiederholt Ziel von Graffiti. Was sollte man mit einer schlicht beschmierten Wand tun?

Der Hoteldirektor Jürgen Karl Kramer und die Leiterin der Schule IMAGO, Anne-Katrain Maschke, stellten eine Gruppe zusammen, die auf dieser 13 × 15 Meter großen Wand ein Kunstwerk schaffen sollte. Beteiligt waren Leon Wagner, Aron Pekar, Claudia Otte, Alexander Babel, Jenny Seidel, Josefa Holland-Merten, David Ehrenberg, Matthias Flücke und Oliver König. Erfurt, 07/2004.

Teilnehmer des Projekts „Graffiti Workshop 2004“ sitzen am Bahnsteig vor den Gleisen und blicken auf die Wand des InterCityHotel Erfurt. Die Presse fotografiert die Teilnehmer des Projekts „Graffiti Workshop 2004“ vor der Graffiti-Wand. Alexander Babel sprüht mit der Spraydose Farbe auf und malt eine Familie – Vater mit Reisetasche, Mutter mit Regenschirm und Kind mit Hund, die gerade aus dem Zug ausgestiegen sind. „Graffiti Workshop 2004“.

Vorfahren

Alexander Babel – Vater

Alexander Babel, Vater, Porträt.

geb. 17.01.1960    gest. 09.11.1987

Von Beruf war er Musiker (Violine, Klavier).

Arthur Babel – Großvater väterlicherseits

Artur Babel, Großvater väterlicherseits, hält seinen sechsjährigen Enkel an der Hand.

geb. 19.06.1924 gest. 23.10.2009

Von Beruf war er Elektriker. Sein ganzes Leben arbeitete er im Produktionsverband „Azot“. In jüngeren Jahren war er am Aufbau der elektrischen Anlagen und an der Installation des Neujahrsbaumes auf dem zentralen Platz der Stadt Nowomoskowsk beteiligt.

Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1976 über die sowjetische Planwirtschaft und die Brigade von Alexej (Artur) Iossifowitsch.

Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1976 über die sowjetische Planwirtschaft und die Brigade von Alexej (Artur) Iossifowitsch.

Josef Babel – Urgroßvater

Josef Babel, Urgroßvater, in Arbeitskleidung an der Drehmaschine „Krause“.

geb. 1896 hingerichtet durch Erschiessen am 5.03.1938
(In den neunziger Jahren posthum rehabilitiert)

Von Beruf war er Dreher.

Umschlag und Seiten des Ausweises „Verdienter Mensch des Sowchos“ Nr. 1 vom 01.01.1936. Ausgestellt an Josef Babel für hohe Arbeitsleistung und gesellschaftliches Engagement.

Dies ist sein Ausweis als „Verdienter Mensch des Sowchos“ Nr. 1. Ausgestellt am 1. Januar 1936 für hohe Produktivität an der Drehmaschine „Krause“ sowie für vorbildliche gesellschaftliche Arbeit in der Werkstatt. Zwei Jahre später, 1938, wurde er unter dem Artikel „Volksfeind“ verhaftet und zum Tode durch Erschießen verurteilt. In den neunziger Jahren wurde er posthum rehabilitiert.

Skorobogatow Pawel Pawlowitsch – Großvater mütterlicherseits

Skorobogatow Pawel Pawlowitsch, Großvater mütterlicherseits, sitzt neben einem Porträt von W. I. Lenin. Sie wirken wie zwei Freunde.

geb. 25.01.1931 gest. 02.02.1964

Er war Küfer (Böttcher) von Beruf.

Gefreiter Skorobogatow P. P. während seines Dienstes auf Kamtschatka in Petropawlowsk-Kamtschatski (1952–1954).

Er diente auf Kamtschatka.

Dampfschiff „Iljitsch“, mit dem Großvater Skorobogatow P. P. nach dem Dienst auf Kamtschatka zurückkehrte. Gebaut 1933 auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg (Deutschland).

Mit dem Dampfschiff „Iljitsch“ fuhr er nach der Demobilisierung von Petropawlowsk-Kamtschatski nach Wladiwostok. Das Schiff wurde 1933 auf der Werft „Blohm & Voss“ in Hamburg (Deutschland) gebaut, 1981 außer Dienst gestellt und verschrottet.

Inschrift auf der Rückseite des Fotos: „Mit diesem Dampfschiff fuhr ich nach der Demobilisierung von Kamtschatka nach Wladiwostok. Am 17.10.54 um 20 Uhr abgelegt, am 22.10.54 um 10 Uhr angekommen.“ Großvater Pawel Pawlowitsch mit einer Säge in der Hand mit einem Freund beim Bau seines Hauses in Nowosybowkow (Gebiet Brjansk), Matrossow-Gasse (ehemals Wolodarski-Straße).

Fotografien aus der Zeit der Kinderzeichenschule

Gruppe von Schülern der Kinderkunstschule. Links der Direktor Pingatschow Sergej Nikolajewitsch. Unser Abschlussjahrgang in der Kinderkunstschule mit den Lehrern: Pingatschow Sergej Nikolajewitsch und Andrej Nikolajewitsch, Miljutina Ljudmila Stanislawowna. Letzter Tag in der Kunstschule. Von links nach rechts: Michail Dronow, Artjom Machanow, Alexander Babel; auf dem Stuhl die Lehrerin für angewandte Komposition L. S. Miljutina. Übergabe des Diploms an Alexander Babel. Auf den Staffeleien die Abschlussarbeiten: Zeichnung, Malerei, Staffeleikomposition, angewandte Komposition. Michail Dronow, Artjom Machanow und Alexander Babel mit ihren Abschlussarbeiten in Staffeleikomposition im Klassenraum der Kunstschule. 2001. Alexander Babel im Klassenraum der Kunstschule mit seiner Abschlussarbeit in Staffeleikomposition. 2001. Der Direktor der Kunstschule, Pingatschow Sergej Nikolajewitsch, überreicht Alexander Babel das Abschlussdiplom. 2001.